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NameTransferrinrezeptor (löslich)
SynonymesTFR, soluble transferrin receptor, löslicher Transferrinrezeptor
GruppeEisen-/Hämoglobinstoffwechsel
MaterialSerum
Heparinplasma
Messgenauigkeit Bei der Bestimmung von sTfR-Konzentrationen über den initialen Meßbereich von 0,14 bis 4,4 mg/l wurden mittels Varianzanalyse (n = 40) in Anlehnung an NCCLS Guideline EP5-A (9) am BN* System Variationskoeffizienten (VK) von Tag zu Tag von 0,8 bis 1,2 % ermittelt. Für die Präzision in der Serie wurden VK von 1,4 bis 2,1 % und für den Gesamt VK von 1,5 bis 2,1 % erhalten (Herstellerangaben).
Präanalytik Stabilität im Serum oder Plasma
bei 4-8°C: 7 d
bei 20-25°C: 3 d

Serum / Plasma innerhalb von 6 Stunden abzentrifugieren und trennen
Transport Postversand möglich
Einheitmg/l
Normalwert
0.76 - 1.76 mg/l
Abrechnung
GOÄ
Position
   Preis €
(1.0-fach)
   Anzahl   Faktor   Preis €
374214.5711.1516.76
Beschreibung Der lösliche Transferrinrezeptor (sTFR) ist ein Marker zur Beurteilung der Erythropoese.
Besteht ein Eisenmangel, dann wird der Rezeptor vermehrt in der Zellwand exprimiert und erscheint in erhöhter Konzentration auch im Blut. Dadurch können mehr Transferrinmoleküle binden und mehr Eisen in die Zelle aufgenommen werden.

Wenn die Speichereisenreserve ausreichend ist, korreliert der sTFR mit der Größe des Anteils der erythropoetischen Vorläuferzellen im Knochenmark, dem sogenannten Erythroblasten-Kompartiment. Bei hypochromen Anämien kann mit dem sTFR zwischen einem echten Eisenmangel und einer Eisenverteilungsstörung bei Infekt- oder Tumoranämie unterschieden werden. Nur bei einem "echten Eisenmangel" werden die Rezeptoren mehr gebildet, nicht jedoch bei einer ACD (Anemia of chronic disease), bei der es sich um eine Verteilungsstörung handelt, zum Beispiel bei Entzündungen, Tumoren ...

Der Marker ist z.B. auch sehr gut dazu geeignet, zu erkennen, ob bei einer entzündlichen Erkrankung oder bei einem Tumor zusätzlich ein Eisenmangel besteht. Der sTFR ist dabei früher als andere Parameter (Transferrinsättigung, Zinkprotoporphyrin, MCV oder MCH) verändert.

Bei der Interpretation der sTFR-Werte sowie bei der Klassifikation einer Blutbildungsstörung mit diesem Parameter sind daher insbesondere die Retikulozytenzahl (adäquat gesteigerte Erythropoese?, erhöht z.B. bei hämolytischen Anämien) und der Erythropoetin-Wert (aqäquat erhöhte EPO-Produktion?) zu berücksichtigen. Beide Werte sind in Relation zum Hämatokrit (Hkt) zu analysieren. Zum Beispiel ist eine im Vergleich zum verminderten Hkt inadäquat niedrige EPO-Bildung bei chronischer Niereninsuffizienz zu erwarten.

Bei ineffektiver Erythropoese ist - trotz erhöhtem sTFR - die Retikulozytenzahl nicht entsprechend erhöht; dieser Zustand tritt neben Eisenmangelzuständen auch bei Vitamin B12- und Folsäure-Mangel sowie beim myelodysplastischen Syndrom auf. Bei einer Retikulozytose hingegen besteht eine hyperregenerative Erythropoese und der erhöhte sTFR-Wert resultiert physiologischerweise aus der erhöhten Retikulozytenzahl - er ist in dieser Konstellation nicht mehr als Folge eines Funktionseisenmangels zu verstehen.

Durch Einbeziehung des Ferritin-Wertes kann ein logarithmischer Quotient gebildet werden - der sog. "Ferritin-Index": (sTFR/log Ferritin). Dieser Index hat den Vorteil, dass er eine noch bessere Korrelation zum Eisenmangel zeigt als Ferritin oder sTFR alleine - und dies auch bei Anämien chronischer Erkrankung (ACD) oder in Akute-Phase-Situationen.
Quellen 1. N Latex sTfR User Manual, Fa. Dade Behring
2. Thomas L. Labor und Diagnose, 8. Auflage 2012, S. 455-460. TH-Books
3. Fuchs R. Manual Hämatologie. 25. Auflage, 2015, S. 84. Nora-Verlag