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NameLupus-Antikoagulanz
SynonymeDilute Russell Viper Venom Time DRVVT, Lupusantikoagulans, Antiphospholipide, Test auf Antiphospolipidsyndrom
GruppeHämostaseologie
MaterialCitratblut
2 korrekt gefüllte Citratblut-Monovetten
Serum, EDTA-Plasma und Heparinplasma sind ungeeignet.
Haltbarkeit: 8 Stunden bei 25 - 25°C
abgetrenntes Citrat-Plasma
Haltbarkeit: 5 Tage bei 2 - 8°C
Messgenauigkeit Inpräzision mit Kontrollmaterial von < 10 %
Präanalytik Taggleicher Transport ins Labor. Die Einnahme von Antikoagulanzien kann den Test stören. Es sollte keine Lupus Antikoagulanzdiagnostik erfolgen sofern eine Therapie mit direkten Thrombininhibitoren erfolgt.
Das Plasma sollte plättchenfrei sein: Zentrifugation der Probe 15 Minuten bei 1500 x g.
Beim Auftauen ist zu beachten: 10 Min bei 37°C im Wasserbad, Durchmischen und sofortige Messung.
Frequenz Montags und Donnerstags
Beschreibung Lupusantikoagulanz sind Autoantikörper die gegen negativ geladene Phospholipide oder Komplexe von Phospholipiden gegen β-2-Glykoprotein 1 oder Prothrombin gerichtet sind. Sie wurden erstmals beim Lupus erythematodes beschrieben, kommen aber auch bei anderen Autoimmunerkrankungen oder spontan vor. Erster Hinweis ist eine verlängerte PTT, oft auch mit einer Thrombozytopenie vergesellschaftet. Trotz verlängerter PTT führen diese Antikörper zu einer Gerinnungsaktivierung und können Thrombosen und Lungenembolie verursachen. Man spricht dann auch von einem Antiphospholipidsyndrom.
Lupus Antikoagulanz gilt als Risikofaktor für Thrombosen. Häufig wird Lupusanikoagulanz bei Frauen als Ursache von Fehlgeburten nachgewiesen. Die Testung ist Bestandteil eines Thrombophiliescreenings.

Die zusätzliche Bestimmung von Cardiolipin- und ß2-Glykoprotein I-Antikörper wird bei Verdacht auf ein Antiphospholipidsyndrom empfohlen. s. Sapporo-Leitlinien.

Hinweis: Die aktuellen Referenzbereiche entnehmen Sie bitte dem Befund.
Quellen Barthels M. Das Gerinnungskompendium. 2. Auflage. 2013, 775ff
Miyakis S, Lockshin MD, Atsumi T et al (2006) International consensus statement on an update of the classification criteria for definite antiphospholipid syndrome (APS). J Thromb Haemost 4:295–306