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NameKISS1R-Gen
SynonymeKisspeptin 1 Rezeptor, Metastin Rezeptor, Kallmann-Syndrom, hypogonadotroper Hypogonadismus mit oder ohne Anosmie (HH8), OMIM #614837,
GruppeMolekulargenetik
MaterialEDTA-Blut
EDTA-Blut
Messgenauigkeit Sensitivität für Nachweis pathogener Varianten >98%
Präanalytik Aufklärung nach Gendiagnostikgesetz
Transport Raumtemperatur
Indikation Die isolierte GnRH Defizienz (IGD) wird typischerweise bei Jugendlichen mit ausbleibender oder inkompletter Pubertät unter Verwendung biochemischer Tests diagnostiziert, die ein niedriges Serumtestosteron oder Östradiol (Hypogonadismus) anzeigen. Bei normaler Hypophysenvorderlappenanatomie und -funktion und in Abwesenheit von sekundären Ursachen von hypogonadotropem Hypogonadismus (HH), kann auf eine komplette oder partielle Abwesenheit der GnRH-vermittelten Freisetzung oder Signalübermittlung auf die gonadotropen Hypophysenzellen geschlossen werden (IGD). Mutationen in diesem Gen sind für bis zu 1,5% der Fälle verantwortlich. Bisher sind mindestens 39 pathogene Varianten im KISS1R Gen beschrieben in der medizinisch wissenschaftlichen Literatur beschrieben. 34 dieser Mutationen führen zu einem inaktiven Re-zeptor und lösen IGD bzw. Kallmann-Syndrom aus. 4 aktivierende Mutationen führen zur zentralen vorzeitigen Pubertät (CPP. Mutationen in mehr als 25 Genen machen etwa die Hälfte aller IGD aus. Die genetische Ursache für die verbleibenden Fälle von IGD ist unbekannt.
Abrechnung
GOÄ
Position
   Preis €
(1.0-fach)
   Anzahl   Faktor   Preis €
392052.4611.1560.33
392229.1551.15167.60
392229.1531.15100.56
392417.4931.1560.33
3926116.5751.15670.30
  Die Analyse ist nicht im Akkreditierungsumfang enthalten.
Beschreibung Funktion: Das von KISSR Gen (OMIM *604161) kodierte Protein ist ein Galanin-ähnlicher G-Protein-gekoppelter Rezeptor, der Kisspeptin bindet (alter Nama Metastin), ein Peptid, das durch das Metastasen-Suppressor-Gen KISS1 kodiert wird. Die Gewebeverteilung des exprimierten Rezeptor Gens (alter Name GPR54) deutet darauf hin, dass es an der Regulation endokriner Funktionen beteiligt ist. Dies wird durch die Entdeckung gestützt, dass dieses Gen eine Rolle beim Beginn der Pubertät spielt. Der Rezeptor ist essentiell für die normale Gonadoliberin (GnRH) Freisetzung und damit für die Einleitung der Pubertät. Das hypothalamische KISS1/KISS1R-System ist der Schlüsselfaktor für die zentrale Regulierung der Gonadotropinachse in der Pubertät und im Erwachsenenalter. Der Rezeptor ist wahrscheinlich auch an der Regulierung und Feinabstimmung der Trophoblasteninvasion beteiligt, die durch den Trophoblasten selbst erzeugt wird. Die Analyse der durch den Rezeptor aktivierten Transduktionswege identifiziert die Kopplung an Phospholipase C und die intrazelluläre Calciumfreisetzung durch Pertussistoxin-unempfindliche G(q)-Proteine.
Krankheit: Je nachdem, ob es sich um inaktivierende Mutationen oder aktivierende Mutationen handelt, wird klinisch ein hypogonadotroper Hypogonadismus oder eine zentrale vorzeitige Pubertät festgestellt. Es ist eine Stö-rung, die durch fehlende oder unvollständige sexuelle Reifung im Alter von 18 Jahren gekennzeichnet ist, in Verbindung mit niedrigen Spiegeln von zirkulierenden Gonadotropinen und Testosteron und Östrogen. In seltenen Fällen ist mit nicht-reproduktiven Phänotypen wie Anosmie, assoziiert. Anosmie oder Hyposmie steht in Zusammenhang mit der Abwesenheit oder Hypoplasie der Riechkolben (Bulbus Olfaktorum). Hypogonadismus ist auf einen Mangel an Gonadotropin-freisetzendem Hormon zurückzuführen, wobei im Falle des defekten KISS1R Gens das KISS1 Signal nicht an die GnRH Neuronen gelangt. Aktivierende Mutationen im KISS1R Gen füren zu einer frühzeitigen Stimulation und damit zu eine früheren Pubarche. Die inaktivierenden Mutationen sind vor allem Missense und nonsense Mutationen, die entweder zu einem Aminosäure Austausch oder zu einem vorzeitigen Abbruch der Preoteinsynthese führen. Knapp 30 Mutationen sind bisher in den medizinisch wissenschaftlich Publikationen und Datenbanken beschrieben. Mutationen in diesem Gen sind für ca 5% aller Fälle von isolierter GnRH Defizienz verantwortlich. Die Vererbung ist autosomal rezessiv.