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NameYersinia IgG (ELISA)
GruppeYersinia spp.
MaterialSerum
MethodeELISA
Messgenauigkeit Potentielle Kreuzreaktionen: Helicobacter pylori, Chlamydia pneumoniae, Rheumafaktoren, ANA
Präanalytik Lagerung: max. 7 Tage bei 2-8°C

Folgende Störfaktoren können zu falschen Ergebnissen führen: mit Hitze vorbehandelte Proben, hämolytische, ikterische oder lipämische Proben
Frequenz alle 2 Tage
EinheitU/ml
Normalwert
< 10 U/ml
Abrechnung
GOÄ
Position
   Anzahl   Faktor   Preis €
429111.1523.46
Beschreibung Erreger und Erkrankung:

Die Übertragung der Yersiniose erfolgt überwiegend über kontaminierte Lebensmittel, seltener auch durch Kontakt mit Tieren. Nach einer Inkubationszeit von etwa 5 (1-116) Tagen kommt es zu einer fieberhaften Diarrhö mit Erbrechen, die gelegentlich begleitet von charakteristischen Schmerzen des rechten Unterbauches mit einer Appendizitis verwechselt werden kann (Pseudoappendizitis). Auch eine begleitende Pharyngitis ist häufig. Langwierige Krankheitsverläufe mit persistierender Diarrhö oder Bauchschmerzen bis zu einem Jahr sind möglich.

Potentielle Komplikationen der Yersiniose umfassen u.a. intestinale Blutung, Ulzeration, Perforation, Invagination, Nekrose, Sepsis, Peritonitis, Cholangitis, extraintestinale Abzedierungen, Endokarditis, Meningitis, Osteomyelitis und septische Arthritis. Postinfektiös kann es zudem zu einer reaktiven Arthritis (oft HLA-B27-assoziiert), Erythema nodosum, seltener auch zu Nephritis, hämolytischer Anämie oder Uveitis kommen.

In den meisten Fällen ist eine antibiotische Therapie nicht indiziert. Bei schwerem Verlauf, protrahierter Symptomatik, Bakteriämie, Sepsis, Abzess oder Nachweis bei Risikogruppen erfolgt eine Therapie gemäß Antibiogramm und Leitlinie. Risikogruppen umfassen Neugeborene, Säuglinge <= 3 Monate, Pat. mit Immundefizienz, chronischer Lebererkrankung, hämatologischer Erkrankung mit erhöhtem Eisenspiegel.

Die reaktive Arthritis kann eine immunsuppressive Therapie erfordern, wohin gegen das Erythema nodosum in der Regel selbstlimitierend ist.

Diagnostik:

Bei V.a. reaktive Arthritis in Folge einer Yersiniose erfolgt der serologische Nachweis von IgA- und IgG-Antikörpern. Antikörper sind etwa 2-3 Wochen nach intestinaler Infektion nachweisbar. Der Nachweis von IgA und IgG kann bei entsprechender Anamnese ein möglicher Hinweis für eine kürzlich erfolgte Infektion durch Yersinia spp. bzw. einer postinfektiösen Erkrankung (z.B. Arthritis) sein. Antikörper-Persistenzen nach bereits lange zurückliegender Infektion als auch Kreuzreaktionen (s.o.) sind nicht gänzlich auszuschließen. Bei klinischem Verdacht auf akute Infektion durch darmpathogene Yersinia spp. wird stets der kulturelle Nachweis aus Stuhl empfohlen.

Meldepflicht gemäß IfSG:

§ 6 (behandelnder Arzt): akute Gastroenteritis bei Umgang mit Lebensmitteln, in Gemeinschaftsverpflegung oder >/= 2 Fälle mit V.a. epidemischen Zusammenhang
§ 7 (Labormeldung): (in)direkter Nachweis mit Hinweis auf akute Infektion
Quellen 1. Qualitätsstandards in der mikrobiologisch-infektiologischen Diagnostik, Gastrointestinale Infektionen, MiQ 9, 2013
2. S2k-Leitlinie Gastrointestinale Infektionen der DGVS, V 2.1, 2023
3. S2k Leitlinie akute infektiöse Gastroenteritis im Säuglings-, Kindes- & Jugendalter - Update 2024, GPGE
4. Yersiniose, RKI-Ratgeber, Stand: 26.11.2019
5. Yersiniosis: Infection due to Yersinia enterocolitica and Yersinia pseudotuberculosis, Uptodate, Stand 18.02.2026
6. Gebrauchsanweisung, Viramed, Yersinia ViraChip IgA Test Kit 2.0, 2888_Yersinia_ViraChip_IgA_2.0_AL_de_RevA
7. Gebrauchsanweisung, Virion, SERION ELISA classic Yersinia IgG, Version V138.17, 05/2025