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NameMycoplasma pneumoniae-IgM (CLIA)
GruppeMycoplasma Serologie
MaterialSerum
MethodeCLIA
Messgenauigkeit Sensitivität: 99,1 %
Spezifität: 97,8 %
Potentielle Kreuzreaktionen: CMV, EBV, PVB19, Influenza, Rheumafaktoren
Präanalytik Lagerung: max. 7 Tage bei 2-8°C

Folgende Störfaktoren können zu falschen Ergebnissen führen: mit Hitze vorbehandelte Proben, hämolytische, ikterische oder lipämische Proben
Transport Raumtemperatur
Frequenz alle 2-3 Tage
Indikation Epidemiologische Untersuchungen. NICHT für die Diagnostik akuter Infektionen geeignet!
EinheitIndex
Normalwert
< 10 Index
Abrechnung
GOÄ
Position
   Anzahl   Faktor   Preis €
429011.1523.46
Beschreibung Erreger und Erkrankung:

Mycoplasma pneumoniae verursacht als Tröpfcheninfektion nach einer Inkubationszeit von ca. 2-3 Wochen überwiegend Atemwegsinfektionen wie Pharyngitis, Bronchitis und atypische, meist ambulant erworbene Pneumonien, v.a. bei Kindern und jungen Erwachsenen. Reinfektionen sind möglich.

Komplikationen und extrapulmonale Manifestationen umfassen u.a. Gastroenteritis, Arthritis, Myocarditis, hämolytische Anämie, Beteiligungen des ZNS (z.B. Enzephalitis, GBS, etc.) und Exantheme, die sich makulopapulös, vesikulär, bullös, papulös oder purpurisch als „Handschuh-und-Socken-Syndrom“ präsentieren können. Bei respiratorischem Infekt mit Beteiligung der Schleimhaut sollte auch an ein RIME (reaktive infektiöse mukokutane Eruption) gedacht werden, eine schwere Mukositis, die vorwiegend bei Kindern und Jugendlichen kurz nach Infektion auftritt und einem Stevens-Johnson-Syndroms ähneln kann, allerdings einen milderen Verlauf und eine generell gute Prognose aufweist.

Die Therapie der symptomatischen Infektion erfolgt in der Regel bei Erwachsenen mit Doxycyclin, bei Kontraindikationen mit Fluorchinolonen (Rote-Hand-Brief beachten!), oder wie bei Kindern mit Makroliden. Bei Kindern gilt es zu beachten, dass bis > 20 % asymptomatisch kolonisiert sein können und nur bei klinischer Symptomatik im Falle eines Nachweises auch eine Behandlungsindikation besteht.

Diagnostik:

Der Nachweis von M. pneumoniae erfolgt mittels PCR aus Nasopharynxabstrich, Sputum oder BAL. Neben der möglichen Einzelanforderung (Hersteller s.u.) ist die Analyse ebenfalls in der respiratorischen Multiplex-PCR enthalten.

Die Serologie ist nicht für die Diagnostik einer akuten Infektion geeignet. IgM sind frühestens 7 Tage, IgG 14 Tage nach Beginn der Symptomatik nachweisbar, IgM können bei Reinfektionen, IgG-Anstiege nach Antibiotikatherapie fehlen. Eine Diagnose kann nur im Falle einer aussagekräftigen Antikörperantwort und dann erst 3–4 Wochen nach erster Untersuchung im Rahmen einer Verlaufskontrolle gestellt werden.

Referenzwerte:

IgM (Index): < 10 = negativ, >= 10 = positiv
IgG (AU/ml): < 10 = negativ, >= 10 = positiv
Quellen 1. MiQ 07/08, Infektionen der tiefen Atemwege, 2013, Elsevier
2. MiQ 35a, Infektionsimmunologische Methoden, 2016, Elsevier
3. Behandlung von erwachsenen Patienten mit ambulant erworbener Pneumonie – Update 2021, AWMF-R.-Nr. 020-020
4. Management der ambulant erworbenen Pneumonie bei Kindern und Jugendlichen, AWMF S2k Leitlinie 048/013, 2024
5. Uptodate, Reactive infectious mucocutaneous eruption (RIME), Stand 23.06.2026
6. Uptodate, Mycoplasma pneumoniae infection in children, Stand 18.05.2026
7. Gebrauchsanweisung LIAISON M. pneumoniae IgM, DE-200/007-941, 3.04.2025
8. Gebrauchsanweisung LIAISON M. pneumoniae IgG, DE-200/007-940, 11.09.2024