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NameMumpsvirus IgG (CLIA)
SynonymeParotis epidemica, Ziegenpeter
GruppeMumpsvirus
MaterialSerum
MethodeCLIA
Messgenauigkeit Sensitivität: 98,5 %, Spezifität: 98,2 %
Präanalytik - Lagerung: max. 7 Tage bei 2-8°C
- Bitte immer Impfanamnese angeben!

Folgende Störfaktoren können zu falschen Ergebnissen führen: mit Hitze vorbehandelte Proben, hämolytische, ikterische oder lipämische Proben, heterophile Antikörper in der Probe
Transport Raumtemperatur
Frequenz täglich / Folgetag
Indikation (1) V.a. akute Mumpsinfektion, (2) Serostatuts bei Immundefizienz, (3) Nachweis einer zurückliegenden Mumpsinfektion
EinheitAU/ml
Abrechnung
GOÄ
Position
   Anzahl   Faktor   Preis €
438611.1516.09
Beschreibung Erreger und Erkrankung:

Die Mumpsvirus-Infektion erfolgt als Tröpcheninfektion, aerogen oder über Kontakt zu infektiösen Sekreten und verläuft bei 30-40% ohne Symptome. Bei symptomatischem Verlauf kommt es nach einer Inkubationszeit von 12-25 Tagen zum Auftreten respiratorischer Symptomen mit der typischen, schmerzhaften Schwellung der Parotis (beidseitig > einseitig), ggf. nach einer prodromalen Phase mit allgemeinem Krankheitsgefühl mit Fieber, Cephalgie, Myalgie, etc. Ansteckend sind Infizierte bereits 7 Tage vor Beginn der Parotisschwellung bis 9 Tage danach.

Komplikationen umfassen u.a. Enzephalitis, aseptische Menigitis, Orchitis (selten mit Sterilität), Oophoritis, Mastitis, Pankreatitis, Nephitis, Myokarditis und eine transiente Taubheit.

Es existiert keine spezifische Therapie der Mumpsvirus-Infektion. Die wichtigste Präventionsmaßnahme ist die Impfung. Infektionen treten zwar selten auch bei 2-fach Geimpften auf, schwere Verläufe mit Komplikationen aber im Vergleich deutlich häufiger bei Ungeimpften.

Diagnostik:

Die Diagnostik erfolgt optimalerweise innerhalb der ersten 7 Tage nach Beginn der Parotisschwellung durch den RNA-Nachweis mittels PCR aus Urin (mind. 2 ml) UND kombinierter Wangen-Rachenabstrich, ergänzt durch den Nachweis von IgM- und IgG-Antikörpern. Zur Interpretation der Befundkonstellation sollte zur Untersuchung stets auch der Impfstatus mitgeteilt werden.

Die Immunität gegenüber Mumps wird grundlegend auf Basis der gemäß der Empfehlungen der STIKO sachgerecht durchgeführten und dokumentierten Impfungen festgestellt. Bei unklarem Impfstatus soll bei fehlenden Kontraindikationen stets geimpft werden. Das Vorhandensein von IgG-Antikörpern ist nicht beweisend für eine Immunität. Eine Überprüfung der Antikörper wird bei Immunkompetenten daher in der Regel nicht empfohlen.

Referenzwerte:

IgG (AU/ml): < 9 = negativ, ≥ 9 bis < 11 = grenzwertig, ≥ 11 = positiv
IgM (Index): < 0,9 = negativ, ≥ 0,9 bis < 1,1 = grenzwertig, ≥ 1,1 = positiv

Meldepflicht gemäß IfSG:

§ 7 (Labormeldung): (in)direkter Nachweis mit Hinweis auf akute Infektion
§ 6 (behandelnder Arzt): Krankheitsverdacht, Erkrankung oder Tod an Mumps
Quellen 1. Mikrobiologisch-infektiologische Qualitätsstandards (MiQ), 35b/2016, Elsevier
2. Falldefinitionen des RKI: Mumps, Stand 01.01.2026
3. RKI-Ratgeber: Mumps, Stand 20.02.2023
4. RKI, Schutzimpfung gegen Mumps: Häufig gestellte Fragen und Antworten, Stand: 06.11.2024
5. Impfen bei Immundefizienz: Anwendungshinweise zu den von der STIKO empfohlenen Impfungen. Impfen bei 1. Primären Immundefekterkrankungen und 2. HIV-Infektion, Bundesgesundheitsblatt, 2018
6. Impfen bei Immundefizienz: Anwendungshinweise zu den von der STIKO empfohlenen Impfungen. Impfen bei hämatologischen und onkologischen Erkrankungen, Organtransplantation und Asplenie, Bundesgesundheitsbl 2020
7. Virusinf. b. Organ- & allogen Stammzell-Transplant.: Diagnostik, Prävention & Therapie, V2, 2024, AWMF 093-002
8. Epidemiologisches 2026 Bulletin, Empfehlungen der Ständigen Impfkommission beim Robert Koch-Institut, 2026
9. Gebrauchsanweisung, LIAISON® Mumps IgG, Ref. 318840, DE - 200/007-946, 11 - 2025-06
10. Gebrauchsanweisung, LIAISON® Mumps IgM, Ref. 318830, DE - 200/007-027, 11 - 2022-07