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NameAnti-MCV-Antikörper
SynonymeMCV-AK, mutiertes citrulliniertes Vimentin, Anti-MCV-Antikörper
GruppeRheumaserologie
MaterialSerum
1 ml Serum
MethodeELISA
Messgenauigkeit Sensitivität: 81,2 %
Spezifität: 98 %
Nachweisgrenze: 1 U/ml
Präanalytik Lagerung: 14 Tage bei 2°-8°C
Transport Postversand möglich
Indikation Diagnose, Prognose und Aktivitätsmarker bei Rheumatoider Arthritis (RA)
EinheitU/ml
Normalwert
< 20 U/ml
Abrechnung
GOÄ
Position
   Anzahl   Faktor   Preis €
387711.1530.16
Beschreibung Diese Untersuchung dient dem Nachweis von Autoantikörpern gegen mutiertes citrulliniertes Vimentin (MCV). MCV ist ein ubiquitäres, citrulliniertes Protein, welches im rheumatoiden Synovialgewebe von Patienten mit rheumatoider Arthritis (RA) beobachtet wurde. Neuere Erkenntnisse zeigen eine Sezernierung und Modifizierung von Vimentin durch Makrophagen in Abhängigkeit von der Antwort auf proinflammatorische Signale. Es wird eine starke Korrelation zwischen dem Anti-MCV-Titer bei RA-Patienten und dem Disease Activity Score (DAS) postuliert. Des Weiteren wird eine höhere Sensitivität bei frührheumatodien Verläufen angenommen als bei Anti-CCP (cyklischecitrulliniertes Peptid) bei vergleichbarer Spezifität.

Die Rheumatoide Arthritis ist eine der häufigsten Autoimmunerkrankungen. Die Symptomatik zeichnet sich durch eine Entzündung der Gelenke aus. In unterschiedlichen wissenschaftlichen Studien wurde gezeigt, dass Autoantikörper gegen citrullinierte Argininreste von Filamentproteinen in Rheumafaktor negativen Patienten vorkommen. Die Citrullinierung ist ein Prozess, bei dem die Aminosäure Arginin durch das Enzym Peptidylarginin-Deiminase (PAD) in Citrullin umgewandelt wird.

Die Antikörper gegen mutiertes citrulliniertes Vimentin (Anti-MCV-Antikörper) gehören wie die Anti-CCP-Antikörper zur Gruppe der sog. ACPA (Anti-citrullinierte-Protein-Antikörper). Diese serologischen Parameter haben einen hohen Stellenwert bei der Diagnostik der Rheumatoiden Arthritis (RA), da sie sowohl eine hohe Sensitivität als auch Spezifität für diese Erkrankung besitzen. Die ACPA sind auch Bestandteil der aktualisierten ACR-/EULAR-Kriterien zur Diagnostik der RA.

Anti-MCV-positive Patienten haben ein höheres Risiko für eine radiologisch nachweisbare Progression (Knochen- / Gelenkdestruktionen) und einen höheren Disease Activity Score (DAS28). Darüber hinaus kann der Marker bereits bei sehr frühen Fällen von RA zur Prognoseabschätzung eingesetzt werden.
Quellen 1. Egerer K. et al. Serologische Diagnostik der rheumatoiden Arthritis, Dtsch Ärztebl 2009; 106(10): 159–63
2. Aletaha D. et al. ACR/EULAR Classification Criteria for RA, Arthritis & Rheumatism Vol. 62, No. 9, September 2010, pp 2569–2581
3. Barouta G. et al. Anti-MCV antibodies predict radiographic progression in Greek patients with very early (<3 months duration) rheumatoid arthritis, Clin Rheumatol (2017) 36:885–894