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NameMasernvirus-IgM (CLIA)
SynonymeMasern, Subakute Sklerosierende Panenzephalitis (SSPE)
GruppeMasernvirus
MaterialSerum
Liquor
MethodeCLIA
Messgenauigkeit Sensitivität: 96,7 %
Spezifität: 100 %
Präanalytik Bitte teilen Sie uns stets den Impfstatus zur Untersuchung mit!

- Lagerung: max. 7 Tage bei 2-8°C
- Bitte immer Impf- und Reiseanamnese angeben!

Folgende Störfaktoren können zu falschen Ergebnissen führen: mit Hitze vorbehandelte Proben, hämolytische, ikterische oder lipämische Proben, heterophile Antikörper in der Probe
Transport Raumtemperatur
Frequenz täglich / Folgetag
Indikation (1) V.a. akute Maserninfektion, (2) Serostatuts bei Immundefizienz, (3) Nachweis einer zurückliegenden Maserninfektion
EinheitIndex
Abrechnung
GOÄ
Position
   Anzahl   Faktor   Preis €
439611.1520.11
Beschreibung Erreger und Erkrankung:

Die Masernvirus-Infektion ungeschützter Individuen erfolgt mit extrem hoher Infektiösität auch nach sehr kurzer Exposition als Tröpcheninfektion, aerogen oder über Kontakt zu infektiösen Sekreten.

Die Maserninfektion verläuft nach einer Inkubationszeit von 7-21 Tagen initial als fieberhaftes, katarrhalisches Stadium, gefolgt vom Masernexanthem wenige Tage danach. Ansteckend sind Infizierte aber bereits 4 Tage vor Auftreten des Exanthems.

Komplikationen umfassen u.a. bakterielle Superinfektionen (u.a. Otitis media, Bronchitis, Pneumonie), begünstigt durch eine vorübergehende Immunschwäche, sowie bei ca. 1 von 1000 Fällen eine postinfektiös akute Enzephalitis (10-20 % Letalität, 20-30 % bleibende ZNS-Schäden). Risikogruppen für eine komplizierte Infektion sind v.a. Säuglinge mit bereits abnehmendem Nestschutz sowie ungeimpfte Kleinkinder und Erwachsene ab 20 Jahren. Eine sehr seltene, aber schwerwiegende Spätkomplikation ist die Subakute Sklerosierende Panenzephalitis (SSPE), die ca. 6-8 Jahre nach der Infektion auftritt und in der Regel tödlich verläuft. Betroffen sind zu einem überwiegenden Teil Kinder, die sich im Alter von unter 5 Jahren infiziert haben.

Es existiert keine spezifische Therapie der Masern. Die wichtigste Präventionsmaßnahme ist die Impfung.

Diagnostik:

Die Diagnostik erfolgt optimalerweise innerhalb der ersten Tage nach Beginn des Exanthems durch den RNA-Nachweis mittels PCR, ergänzt durch den Nachweis von IgM- und IgG-Antikörpern. Bis Tag 7 bezogen auf das Exanthem ist für die PCR ein Rachenabstrich, zwischen Tag 3-10 auch Urin (mind. 2 ml!) geeignet. Zusätzlich kommt bei akuten Verläufen mit ZNS-Beteilung auch die PCR-Untersuchung von Liquor in Frage, bei V.a. SSPE oder MIBE hingegen steht der IgG-Nachweis aus Serum UND Liquor im Vordergrund.
In besonderen Fragestellungen (z.B. V.a. Masern bei Geimpften) sollte zusätzlich zur PCR-Diagnostik die Untersuchung der IgG-Avidität erfolgen. Daher sollte zur Untersuchung stets auch der Impfstatus mitgeteilt werden.

Die Immunität gegenüber Masern wird grundlegend auf Basis der gemäß der Empfehlungen der STIKO sachgerecht durchgeführten und dokumentierten Impfungen festgestellt. Bei unklarem Impfstatus soll bei fehlenden Kontraindikationen stets geimpft werden. Eine Überprüfung der Antikörper wird von der STIKO bei Immunkompetenten in der Regel nicht empfohlen. In besonderen Ausnahmefällen, bei denen beispielsweise der Impfschutz unklar ist, aber eine eindeutige, medizinische Kontraindikation für eine aktuell durchzuführende Impfung vorliegt (u.a. Immundefizienz, Schwangerschaft, etc.), kann die Serologie zur Feststellung des Serostatus hilfreich sein.

Referenzwerte:

IgG (AU/ml): < 13,5 = negativ, ≥ 13,5 bis < 16,5 = grenzwertig, ≥ 16,5 = positiv
IgM (Index): < 0,9 = negativ, ≥ 0,9 bis < 1,1 = grenzwertig, ≥ 1,1 = positiv

Meldepflicht gemäß IfSG:

§ 7 (Labormeldung): (in)direkter Nachweis mit Hinweis auf akute Infektion
§ 6 (behandelnder Arzt): Krankheitsverdacht, Erkrankung oder Tod an Masern
Quellen 1. Mikrobiologisch-infektiologische Qualitätsstandards (MiQ), 35b/2016, Elsevier
2. Falldefinitionen des RKI: Masern, Stand 01.01.2026
3. RKI-Ratgeber: Masern, Stand 14.11.2024
4. RKI, Schutzimpfung gegen Masern: Häufig gestellte Fragen und Antworten, Stand: 14.01.2026
5. Impfen bei Immundefizienz: Anwendungshinweise zu den von der STIKO empfohlenen Impfungen. Impfen bei 1. Primären Immundefekterkrankungen und 2. HIV-Infektion, Bundesgesundheitsblatt, 2018
6. Impfen bei Immundefizienz: Anwendungshinweise zu den von der STIKO empfohlenen Impfungen. Impfen bei hämatologischen und onkologischen Erkrankungen, Organtransplantation und Asplenie, Bundesgesundheitsbl 2020
7. S2k-Leitlinie, Labordiagnostik schwangerschaftsrelevanter Virusinfektionen, AWMF Reg.nr. 093/001
8. Virusinf. b. Organ- & allogen Stammzell-Transplant.: Diagnostik, Prävention & Therapie, V2, 2024, AWMF 093-002
9. Epidemiologisches 2026 Bulletin, Empfehlungen der Ständigen Impfkommission beim Robert Koch-Institut, 2026
10. Gebrauchsanweisung, LIAISON® Measles IgG, Ref. 318810, DE - 200/007-944, 12 – 2024-01
11. Gebrauchsanweisung, LIAISON® Measles IgM, Ref. 318820, DE - 200/007-028, 13 - 2024-02