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NameInfluenza-B-IgG
SynonymeGrippe
GruppeInfluenza-Viren
MaterialSerum
MethodeELISA
Präanalytik Lagerung: max. 7 Tage bei 2-8°C
Folgende Störfaktoren können zu falschen Ergebnissen führen: mit Hitze vorbehandelte Proben, hämolytische, ikterische oder lipämische Proben
Transport Raumtemperatur
Indikation NICHT geeignet für: Diagnostik der akuten Infektion, Impferfolgskontrolle
EinheitU/mL
Abrechnung
GOÄ
Position
   Anzahl   Faktor   Preis €
440011.1520.11
Beschreibung Erreger und Erkrankung:

Die Influenza (Grippe) ist weltweit verbreitet und tritt in Gebieten mit kühlen Wintern v.a. saisonal und epidemisch, in tropischen Ländern ganzjährig auf. Für den Menschen sind v.a. die Erreger der saisonal auftretenden Influenza A und B relevant.

Charakterisiert werden diese durch ihre Oberflächen-Glykoproteine Hämagglutinin (HA) und Neuraminidase (NA), von denen bisher 8 verschiedene HA und 9 NA bekannt sind. Die Benennung von Influenza A-Viren erfolgt nach Typ und Subtyp z.B. als A(H3N2). Die Influenza B weist keine Subtypen auf, dafür aber 2 genetisch unterschiedliche Linien (Yamagata-Linie und Victoria-Linie). Seit 2009 zirkulieren v.a. A(H1N1)pdm09, A(H3N2) sowie Influenza B-Viren.

Die Übertragung erfolgt überwiegend als Tröpfcheninfektion, gelegentlich auch als Schmierinfektion. Nach einer Inkubationszeit von 1-3 Tagen kommt es meist sehr akut zu typischen Symptomen wie u.a. Fieber, Husten, Halsschmerzen, Myalgien oder Kopfschmerzen, ggf. begleitet von weiteren Symptomen.

Potentielle Komplikationen der Influenza umfassen u.a. eine virale oder auch durch Superinfektion bedingte bakterielle Pneumonie sowie Exazerbationen vorbestehender chronischer Lungenerkrankungen.

Eine Indikation für eine antivirale Therapie der Influenza-Infektion mit Oseltamivir bei Erwachsenen besteht bei frühzeitiger Diagnose bzw. kalkuliert innh. 48 nach Symptombeginn u.a. bei Hospitalisierung aufgrund einer Influenza, bei schwerem oder progressiver Verlauf bzw. einem hierfür erhöhtem Risiko (>= 50 Jahre, relevante Vorerkrankungen, Immundefizienz, Schwangerschaft, Pat. In Alten- und Pflegeheimen, BMI > 40). Bei Kindern und Jugendlichen sollte eine antivirale Therapie bei schwerer pCAP bedingt durch Influenza bzw. als Chemoprophylaxe nach Exposition bei Immundefizienz oder im Alter < 5 Jahren erfolgen.

Zur Prävention der saisonalen wird die jährliche Impfung i.d.R. im Herbst, bei Reisenden auch außerhalb der Saison, v.a. für Risikogruppen und für Personen mit Umgang mit Risikogruppen (> 60 Jahre, chron. Grunderkrankungen, Unterbringung in Alten- oder Pflegeheimen, gesunde Schwangere ab 2. Trimenon, Schwangere mit chronischer Grundkrankheit ab 1. Trimenon, BMI >= 30, berufliche Gefährdung) empfohlen.

Diagnostik:

Die Diagnose der akuten Influenza erfolgt primär durch eine PCR aus Atemwegsmaterialien. Der Antikörper-Nachweis hat keinen Stellenwert in der Diagnostik akuter Influenza-Infektionen.

Referenzwerte:

Influenza A/B: IgA: < 10 U/ml = negativ, 10-15 U/ml = grenzwertig, > 15 U/ml = positiv
Influenza A/B: IgG: < 10 U/ml = negativ, 10-15 U/ml = grenzwertig, > 15 U/ml = positiv
Quellen 1. Mikrobiologisch-infektiologische Qualitätsstandards (MiQ), MiQ 35c/2016, Elsevier
2. Behandlung von erwachsenen Patienten mit ambulant erworbener Pneumonie – Update 2021, AWMF-R.-Nr. 020-020
3. Management der ambulant erworbenen Pneumonie bei Kindern und Jugendlichen, AWMF S2k Leitlinie 048/013, 2024
4. RKI-Ratgeber: Influenza (Teil 1): Erkrankungen durch saisonale Influenzaviren. Stand:  05.12.2025
5. Gebrauchsanweisung, Virion, SERION ELISA classic Influenza A Virus IgA
6. Gebrauchsanweisung, Virion, SERION ELISA classic Influenza A Virus IgG
7. Gebrauchsanweisung, Virion, SERION ELISA classic Influenza B Virus IgA
8. Gebrauchsanweisung, Virion, SERION ELISA classic Influenza B Virus IgG