| Name | Influenza-B PCR
| Synonyme | Grippe
| Gruppe | PCR
| Material | Mikrobiologie | Nasopharyngealabstrich (e-Swabs, ggf. trockener Tupfer) Respiratorische Materialien (z.B. Abstrich Nasopharynx, Atemwegssekrete) Messgenauigkeit |
Nachweisgrenze: > 50 Kopien/Reaktion
| Präanalytik |
Abstrich: e-Swabs (ggf. trockener Tupfer)
| Sekrete: sterile Probengefäße ohne Zusätze Transport |
Nach Entnahme innh. 24 h: Raumtemperatur (15-25 °C).
| Transportwege > 24 h bis max 5 d: Transport & Lagerung bei 2-8 °C Frequenz |
täglich
| Indikation |
V.a. Influenza-Infektion, Pneumonie
| Normalwert |
|
Abrechnung |
|
Beschreibung |
Erreger und Erkrankung:
| Die Influenza (Grippe) ist weltweit verbreitet und tritt in Gebieten mit kühlen Wintern v.a. saisonal und epidemisch, in tropischen Ländern ganzjährig auf. Für den Menschen sind v.a. die Erreger der saisonal auftretenden Influenza A und B relevant. Charakterisiert werden diese durch ihre Oberflächen-Glykoproteine Hämagglutinin (HA) und Neuraminidase (NA), von denen bisher 8 verschiedene HA und 9 NA bekannt sind. Die Benennung von Influenza A-Viren erfolgt nach Typ und Subtyp z.B. als A(H3N2). Die Influenza B weist keine Subtypen auf, dafür aber 2 genetisch unterschiedliche Linien (Yamagata-Linie und Victoria-Linie). Seit 2009 zirkulieren v.a. A(H1N1)pdm09, A(H3N2) sowie Influenza B-Viren. Die Übertragung erfolgt überwiegend als Tröpfcheninfektion, aber auch als Schmierinfektion. Nach einer Inkubationszeit von 1-3 Tagen kommt es meist sehr akut zu typischen Symptomen wie u.a. Fieber, Husten, Halsschmerzen, Myalgien oder Kopfschmerzen, ggf. begleitet von weiteren Symptomen. Potentielle Komplikationen der Influenza umfassen u.a. eine virale oder auch durch Superinfektion bedingte bakterielle Pneumonie sowie Exazerbationen vorbestehender chronischer Lungenerkrankungen. Eine Indikation für eine antivirale Therapie der Influenza-Infektion mit Oseltamivir bei Erwachsenen besteht bei frühzeitiger Diagnose bzw. kalkuliert innh. 48 nach Symptombeginn u.a. bei Hospitalisierung aufgrund einer Influenza, bei schwerem oder progressiver Verlauf bzw. einem hierfür erhöhtem Risiko (>= 50 Jahre, relevante Vorerkrankungen, Immundefizienz, Schwangerschaft, Pat. In Alten- und Pflegeheimen, BMI > 40). Bei Kindern und Jugendlichen sollte eine antivirale Therapie bei schwerer pCAP bedingt durch Influenza bzw. als Chemoprophylaxe nach Exposition bei Immundefizienz oder im Alter < 5 Jahren erfolgen. Zur Prävention der saisonalen wird die jährliche Impfung i.d.R. im Herbst, bei Reisenden auch außerhalb der Saison, v.a. für Risikogruppen und für Personen mit Umgang mit Risikogruppen (> 60 Jahre, chron. Grunderkrankungen, Unterbringung in Alten- oder Pflegeheimen, gesunde Schwangere ab 2. Trimenon, Schwangere mit chronischer Grundkrankheit ab 1. Trimenon, BMI >= 30, berufliche Gefährdung) empfohlen. Diagnostik: PCR zum Nachweis von Influenza-B aus humanen Atemwegsmaterialien. Zur Abgrenzung einer anderen respiratorischen Infektion kann anstelle der Einzel-PCR auch eine respiratorische Multiplex-PCR erfolgen. Meldepflicht gemäß IfSG: § 7 (Labormeldung): direkter Nachweis mit Hinweis auf akute Infektion § 6 (behandelnder Arzt): (V.a.) Infektion oder Tod durch zoonotische Influenza Bitte im Behandlungsfall die Ausnahmekennziffer 32006 vermerken! Quellen |
1. Mikrobiologisch-infektiologische Qualitätsstandards (MiQ), MiQ 35c/2016, Elsevier
| 2. Behandlung von erwachsenen Patienten mit ambulant erworbener Pneumonie – Update 2021, AWMF-R.-Nr. 020-020 3. Management der ambulant erworbenen Pneumonie bei Kindern und Jugendlichen, AWMF S2k Leitlinie 048/013, 2024 4. RKI-Ratgeber: Influenza (Teil 1): Erkrankungen durch saisonale Influenzaviren. Stand: 05.12.2025 5. RKI, Epidemiologisches Bulletin, 4/2025, 23.01.2025 6. Gebrauchsanweisung r-Biopharm RidaGene Flu, 30.09.2020 7. Infektionsschutzgesetz §6, §7 |
Labor Dr. Heidrich & Kollegen Medizinisches Versorgungszentrum GmbH
Klinikweg 23, 22081 Hamburg, Telefon: (040) 97 07 999-0,
info@labor-heidrich.de