| Name | HSV-2 IgG (CLIA)
| Synonyme | Herpes simplex, Herpes labialis, Herpes genitalis
| Gruppe | Humane Herpes-Viren
| Material | Serum | Plasma (EDTA, Citrat, Heparin) Methode | CLIA
| Messgenauigkeit |
Sensitivität: 100 %
| Spezifität: 98,4 % Potentielle Kreuzreaktionen: z.B. Herpesviren (z.B. EBV, VZV, CMV) Präanalytik |
Lagerung: max. 7 Tage bei 2-8°C
| Folgende Störfaktoren können zu falschen Ergebnissen führen: mit Hitze vorbehandelte Proben, hämolytische, ikterische oder lipämische Proben Transport |
Raumtemperatur
| Frequenz |
alle 2 Tage
| Indikation |
Die Diagnose einer HSV-Infektion erfolgt in der Regel stets mittels PCR! Die Serologie hat aber u.a. einen zusätzlichen diagnostischen Wert für die Immunstatusbestimmung bei folgenden Konstellationen:
| - Bei Primärinfektion mit Herpes genitalis (jede Konstellation) - Bei Feststellung einer Schwangerschaft - Bei Rekurrenz eines Herpes genitalis in der Schwangerschaft - Neue(r) Partner/in mit Herpes genitalis - ggf. bei rez. genitalen Symptome bei neg. PCR - Vor Organtransplantation Einheit | Index
| Abrechnung |
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Beschreibung |
Erreger und Erkrankung:
| Herpes-simplex-Virus Typ 1 (HSV-1) und Typ 2 (HSV-2) sind DNA-Viren, die vorwiegend durch enge Haut- und Schleimhautkontakte, seltener auch über kontaminierte Hände oder Gegenstände, übertragen werden. Nach Primärinfektion besteht eine latente Infektion, wobei das Virus in Zellkernen sensorischer Nervenzellen v.a. des Ganglion Trigeminale sowie der Lumbosakralganglien verweilt. Infektionen als auch Rezidive verlaufen häufig asymtomatisch. Pat. sind grundsätzlich infektiös, so lange Bläschen vorhanden sind, allerdings ist auch unbemerkt während der asymptomatischen Infektion eine Virusausscheidung möglich. Die primäre Infektion mit HSV-1 verläuft meist als Gingivostomatitis aphthosa (u.a. auch bei Kindern), herpetischer Rundlauf oder Herpes genitalis, mit HSV-2 meist als Herpes genitalis oder Vulvovaginitis herpetica. Rezidive mit HSV-1 zeigen sich u.a. als Herpes labialis, Herpes genitalis, Keratitis oder Bläschen an der primären Eintrittspforte anderer Lokalisationen, bei HSV-2 als Herpes genitalis, Herpes glutealis oder auch Herpesbläschen am Finger. Herpes genitalis kann nebst Bläschenbildung im Genitalbereich auch als Urethritis, Proktitis oder Balanoposthitis verlaufen. Komplikationen der HSV-1-Infektion (Primär/Rezidiv) umfassen u.a. Hepatitis, Keratitis, Eczema herpeticatum und Encephalitis, der HSV-2-Infektion die aseptische Meningitis oder Myelitis. Bei Immunsuppression kann es darüber hinaus neben ausgeprägten Ulzerationen von Haut- und Schleimhäuten auch zur Beteiligung weiterer Organsysteme mit entsprechenden schwerwiegenden Symtomen (z.B. Pneumonie, Ösophagitis, u.a.) kommen. Während der Schwangerschaft besteht insbesondere bei genitaler HSV-Primärinfektion der Mutter kurz vor Entbindung ein hohes Risiko einer neonatalen Infektion. Das Risiko ist vergleichsweise etwas geringer bei Säuglingen von Schwangeren mit einer nicht-primären Erstinfektion im Genitalbereich und deutlich reduziert bei rezidivierender HSV-Infektion der Mutter. Zur Prävention prä- und perinataler Infektionen kommt der Expositionsprophylaxe bei serodiskordanten Paaren, aber je nach Konstellation auch der antiviralen Therapie und der Sectio caesarea eine große Bedeutung zu. Die Prävention neo- und postnataler Infektionen erfolgt u.a. durch eine entsprechende Vermeidung der Schmierinfektion durch Unterbindung von Kontakten zu HSV-haltigen Sekreten. Diagnostik: Die Diagnose einer HSV-Infektion erfolgt in der Regel stets mittels PCR! Die Serologie hat aber zusätzlich u.a. einen diagnostischen Wert für die Immunstatusbestimmung bei o.a. Konstellationen (siehe Indikation). Hierbei ist v.a. die IgG-Bestimmung von Bedeutung. Die Bestimmung von IgM wird in der Regel nicht empfohlen, da diese bei akuten Infektionen einerseits häufig nicht nachweisbar sind und andererseits, v.a. während der Schwangerschaft häufig, falsch positiv sein können. Referenzwerte (Index): HSV-1/2 IgM: < 0,9 = negativ, 0,9-1,1 = grenzwertig, > 1,1 = positiv HSV-1 IgG: < 0,9 = negativ, 0,9-1,1 = grenzwertig, > 1,1 = positiv HSV-2 IgG: < 0,9 = negativ, 0,9-1,1 = grenzwertig, > 1,1 = positiv Quellen |
1. MiQ 35b, Infektionsimmunologische Methoden, 2016, Elsevier
| 2. S2k-Leitlinie, Labordiagnostik schwangerschaftsrelevanter Virusinfektionen, AWMF Registernr. 093/001 3. 2024 European guidelines for the management of genital herpes 4. DSTIG Leitfaden STI-Therapie, Diagnostik und Prävention, 4. Auflage 2023/2024 5. S3-Leitlinie, Management der Urethritis bei männlichen Jugendlichen & Erwachsenen, V.1, AWMF-Reg.Nr.013-099 6. Uptodate, Epidemiology, clinical manifestations, and diagnosis of herpes simplex virus type 1 infection, Stand: 05.12.2025 7. Uptodate, Epidemiology, clinical manifestations, and diagnosis of genital herpes simplex virus infection, Stand 03.03.2026 8. Gebrauchsanweisung, Diasorin, LIAISON® HSV-1 Type Specific IgG, Version DE-02, 02/2023 9. Gebrauchsanweisung, Diasorin, LIAISON® HSV-2 Type Specific IgG, Version DE-08, 03/2025 10. Gebrauchsanweisung, Diasorin, LIAISON ® HSV-1/2 IgM, Version DE-09, 02/2022 |
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