| Name | Chlamydia trachomatis DNA (PCR)
| Synonyme | Trachom, Lymphogranuloma venereum (LGV)
| Gruppe | PCR
| Material | Mikrobiologie | Frauen: Abstrich (Zervix, Vagina, ggf. zusätzlich Urethra, Rachen, anal, Bindehaut, Ulcus), laparoskopisch gewonnenes Material, Erststrahlurin nur im Rahmen des Schwangerschafts-Screenings, nicht bei Symptomen! Männer: Erststrahlurin, Abstrich (urethral, Ulcus, ggf. zusätzlich anal, Rachen, Bindehaut), Ejakulat. Neugeborene: Atemwegsmaterial Präanalytik |
Urin-Monovette, eSwabs (ggf. trockener Tupfer)
| Transport |
Raumtemperatur: bis 24h
| Transport > 24 h-5d: 2-8°C Frequenz |
4 x wöchentlich
| Indikation |
V.a. STI (u.a. Urethritis, Zervizitis, Ulcus, Proktitis, Prostattitis, etc.), Neugeborenen-Pneumonie, Screening in der Schwangerschaft
| Normalwert |
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Abrechnung |
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Beschreibung |
Erreger und Erkrankung:
| Die Serovare A–C verursachen das Trachom, eine Infektion des Auges, die v.a. in den Tropen unter mangelhaften Hygieneverhältnissen als Schmierinfektion vorkommt und häufig zur Erblindung führt. Sexuell übertragbare C. trachomatis-Infektionen (u.a. männliche Urethritis, Zervizitis, Proktitis, Pharyngitis) werden weltweit insbesondere durch die Serovare D–K, deutlich seltener durch L1-3, Verursacher des Lymphogranuloma venereum (LGV), verursacht. Letztere kommen v.a. in Asien, Afrika, Südamerika und der Karibik vor, werden aber gelegentlich auch in Deutschland nachgewiesen und unterliegen einer nicht-namentlichen Meldepflicht gemäß §7 IfSG. Eine Infektion mit Serovaren D-K kann nach einer Inkubationszeit von ca. 1-3 Wochen u.a. durch Dysurie, Ausfluss oder Dyspareunie auffällig werden, häufig verläuft diese jedoch auch asymptomatisch. Potentielle Komplikationen umfassen u.a. Konjunktivitis, Prostatitis, Epididymitis, Salpingitis, PID, Tubarinfertilität und Extrauteringravidität. Das LGV beginnt meist 3-12 d nach Infektion als kleines Bläschen und setzt sich dann etwa 10-30 d später als Ulcus mit dolenter Lymphadeopathie fort. Die Lymphknoten können als Bubonen eitrig aufbrechen und konfluieren. Durch narbige Abheilung kann es zu lymphatischen Abflussstörungen, bei Proktokolitis auch zu Stenosen und Strikturen, kommen. Urogenitale Infektionen während der Schwangerschaft können u.a. mit Frühgeburtlichkeit und kindlichem Untergewicht assoziiert sein und durch eine Übertragung während der vaginalen Geburt zu einer schweren Pneumonie oder Konjunktivitis des Neugeborenen führen, weshalb Schwangere auf eine bestehende Infektion gescreent werden. Zu potentiellen Spätkomplikationen der urogenitalen Infektion zählen u.a. reaktive Arthritis, das Reiter-Syndrom, Tendovaginitis, Bursitis oder Daktylitis. Die reaktive Arhtritis tritt meist 1-4 Wochen nach Infektion, ggf. auch noch Monate später auf und kann als asymmetrische Mono- oder Oligoarthritis (v.a. große Gelenke) verlaufen. HLA-B27-assoziierte Fälle sind oft langwieriger und schwerer im Verlauf. Diagnostik: Für die Diagnose einer aktiven Infektion sollte stets der Nachweis mittels PCR aus geeignetem Material erfolgen (s.o.). Bei V.a. LGV bitte stets auf dem Auftrag ausweisen! Oft ist bei V.a. sexuell übertragbare Infektion (STI) aufgrund der wenig spezifischen Symptomatik und häufigen Mischinfektionen eine Untersuchung auf mehrere Erreger sinnvoll. Dies beinhaltet u.a. die im EBM-Katalog berücksichtigen PCR-Multiplex-Untersuchungen auf N. gonorrhoeae, M. genitalium, T. vaginalis und ggf. auch HSV-1/2. Darüber hinaus können als GOÄ-Leistung weitere Erreger untersucht werden (C. trachomatis L1-L3 als Erreger des LGV, T. pallidum, H. ducrey). Die Untersuchung auf U. urealyticum, U. parvum und M. hominis kann bei Urethritis ohne Nachweis typischer STI-Errger sinnvoll sein. Weitere Informationen zur STI-Multiplex-PCR siehe Eintrag im Analysenverzeichnis. Bei der Abklärung von Folgeerkrankungen wie z.B. reaktiver Arthritis oder Tubarinfertilität, kann die Serologie hilfreich sein. Diese lässt allerdings keine Aussage hinsichtlich der Aktivität einer Infektion oder des Infektionszeitraumes zu. Quellen |
1. MiQ 10-11, 2011 Genitalinfektionen Teil I+II, Infektionen des weiblichen und des männlichen Genitaltraktes
| 2. S3-Leitlinie, Management der Urethritis bei männlichen Jugendlichen & Erwachsenen, V.1, AWMF-Reg.Nr.013-099 3. DSTIG Leitfaden STI-Therapie, Diagnostik und Prävention, 4. Auflage 2023/2024 4. RKI-Ratgeber, Chlamydiosen (Teil 1): Erkrankungen durch Chlamydia trachomatis, Stand: 23.12.2024 5. AWMF S2 Leitlinie: STI – Beratung, Diagnostik und Therapie, 03.08.2018 6. Gebrauchsanweisung, Roche, cobas® CT/NG 7. Gebrauchsanweisung, AusDiagnostics STI |