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NameChlamydia trachomatis-IgG (CLIA)
SynonymeTrachom, Lymphogranuloma venereum
GruppeInfektionsserologie - Chlamydia spp.
MaterialSerum
MethodeCLIA
Messgenauigkeit Potentielle Kreuzreaktionen: C. pneumoniae
Präanalytik Lagerung: max. 7 Tage bei 2-8°C

Folgende Störfaktoren können zu falschen Ergebnissen führen: mit Hitze vorbehandelte Proben, hämolytische, ikterische oder lipämische Proben
Transport Raumtemperatur
Frequenz alle 2 Tage
Indikation V.a. reaktive Arthritis, Abklärung von Fertilitätsstörungen, ggf. PID
EinheitAU/ml
Normalwert
< 9 AU/ml
Abrechnung
GOÄ
Position
   Anzahl   Faktor   Preis €
429111.1523.46
Beschreibung Erreger und Erkrankung:

Die Serovare A–C verursachen das Trachom, eine Infektion des Auges, die v.a. in den Tropen unter mangelhaften Hygieneverhältnissen als Schmierinfektion vorkommt und häufig zur Erblindung führt.

Sexuell übertragbare C. trachomatis-Infektionen (u.a. männliche Urethritis, Zervizitis, Proktitis, Pharyngitis) werden weltweit insbesondere durch die Serovare D–K, deutlich seltener durch L1-3, Verursacher des Lymphogranuloma venereum (LGV), verursacht. Letztere kommen v.a. in Asien, Afrika, Südamerika und der Karibik vor, werden aber gelegentlich auch in Deutschland nachgewiesen und unterliegen einer nicht-namentlichen Meldepflicht gemäß §7 IfSG.

Eine Infektion mit Serovaren D-K kann nach einer Inkubationszeit von ca. 1-3 Wochen u.a. durch Dysurie, Ausfluss oder Dyspareunie auffällig werden, häufig verläuft diese jedoch auch asymptomatisch. Potentielle Komplikationen umfassen u.a. Konjunktivitis, Prostatitis, Epididymitis, Salpingitis, PID, Tubarinfertilität und Extrauteringravidität.

Das LGV beginnt meist 3-12 d nach Infektion als kleines Bläschen und setzt sich dann etwa 10-30 d später als Ulcus mit dolenter Lymphadeopathie fort. Die Lymphknoten können als Bubonen eitrig aufbrechen und konfluieren. Durch narbige Abheilung kann es zu lymphatischen Abflussstörungen, bei Proktokolitis auch zu Stenosen und Strikturen, kommen.

Urogenitale Infektionen während der Schwangerschaft können u.a. mit Frühgeburtlichkeit und kindlichem Untergewicht assoziiert sein und durch eine Übertragung während der vaginalen Geburt zu einer schweren Pneumonie oder Konjunktivitis des Neugeborenen führen, weshalb Schwangere auf eine bestehende Infektion gescreent werden.

Zu potentiellen Spätkomplikationen der urogenitalen Infektion zählen u.a. reaktive Arthritis, das Reiter-Syndrom, Tendovaginitis, Bursitis oder Daktylitis.

Die reaktive Arhtritis tritt meist 1-4 Wochen nach Infektion, ggf. auch noch Monate später auf und kann als asymmetrische Mono- oder Oligoarthritis (v.a. große Gelenke) verlaufen. HLA-B27-assoziierte Fälle sind oft langwieriger und schwerer im Verlauf.

Diagnostik:

Für die Diagnose einer aktiven Infektion sollte stets der Nachweis mittels PCR aus geeignetem Material erfolgen. Bei der Abklärung von Folgeerkrankungen wie z.B. reaktiver Arthritis oder Tubarinfertilität, kann die Serologie hilfreich sein. Diese lässt allerdings keine Aussage hinsichtlich der Aktivität einer Infektion oder des Infektionszeitraumes zu.

Rein lokale urogenitale Infektionen führen oft zu keiner nachweisbaren Antikörperantwort. IgG weisen auf eine stattgefundene Infektion hin und persistieren oft über Jahre, teilweise auch lebenslang. Bei V.a. reaktive Arhritis kann der Nachweis von IgA und IgG oder ein 4-facher IgG-Titeranstieg zwischen 2 Proben hinweisend sein. Es gilt aber zu beachten, dass auch IgA noch lange persistieren können und daher nicht als Aktivitätsmarker zu interpretieren sind und Antikörperreaktivitäten auch auf Kreuzreaktionen gegenüber C. pneumoniae beruhen können.

Referenzwerte:

IgG (AU/ml): < 9 = negativ, 9-11 = grenzwertig, > 11 = positiv
IgA (Index): < 5 = negativ, 5-6 = grenzwertig, > 6 = positiv
Quellen 1. MiQ 35a, 2016, Infektionsimmunologische Methoden, Elsevier, 2016
2. MiQ 10-11, 2011 Genitalinfektionen Teil I+II, Infektionen des weiblichen und des männlichen Genitaltraktes
3. S3-Leitlinie, Management der Urethritis bei männlichen Jugendlichen & Erwachsenen, V.1, AWMF-Reg.Nr.013-099
4. DSTIG Leitfaden STI-Therapie, Diagnostik und Prävention, 4. Auflage 2023/2024
5. RKI-Ratgeber, Chlamydiosen (Teil 1): Erkrankungen durch Chlamydia trachomatis, Stand: 23.12.2024
6. AWMF S2 Leitlinie: STI – Beratung, Diagnostik und Therapie, 03.08.2018
7. Leitfaden STI-Therapie, Diagnostik und Prävention, 4. Auflage 2023/2024
8. Gebrauchsanweisung, Diasorin, LIAISON ® Chlamydia trachomatis IgA, REF 310580, 10 - 2024-05
9. Gebrauchsanweisung, Diasorin, LIAISON ® Chlamydia trachomatis IgG, REF 310570, 11 - 2024-03