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NameCalprotectin im Stuhl (CLIA)
SynonymeCalprotektin, Calpro
GruppeStuhldiagnostik
MaterialStuhl
Probe mind. 1/3 , max. 2/3 gefüllt.
MethodeCLIA
Präanalytik Verdünnung mit Toilettenwasser und Kontakt mit Detergenzien vermeiden. Stuhlröhrchen mindestens 1/3, jedoch nicht mehr als 2/3 füllen.

Sehr wässriger Stuhl bzw. schnelle Darmpassage kann ggf. zu falsch niedrigen Werten führen, Verlaufskontrolle aus festem Stuhl dann sinnvoll.
Transport Transport: optimal innh. 4 h bei Raumtemperatur (15-25 °C), Transportweg > 4 h bis max. 3d Lagerung und Transport bei 2-8 °C.
Frequenz täglich
Einheitµg/g
Normalwert
Altersgruppe Wertebereich
andere< 50 µg/g
2 bis 6 Jahre< 100 µg/g
1 Jahr bis 2 Jahre< 200 µg/g
3 bis 12 Monate< 300 µg/g
42 Tage bis 3 Monate< 600 µg/g
1 Tag bis 42 Tage< 900 µg/g
Abrechnung
GOÄ
Position
   Anzahl   Faktor   Preis €
A374411.1530.16
Beschreibung Calprotectin ist ein calciumabhängiges, antimikrobielles Protein aus der S100-Familie, das hauptsächlich im Zytosol von neutrophilen Granulozyten, Monozyten und Epithelzellen vorkommt.

Es macht über 60% des Gesamtproteins im Zytosol der Neutrophilen aus, die im Rahmen der inflammatorischen Antwort in die Darmschleimhaut eindringen. Folglich führen organische Erkrankungen des Darms zu einem erhöhten Spiegel von fäkalem Calprotectin. Die Konzentration im Stuhl ist repräsentativ für die Anzahl der vorhandenen Neutrophilen und stellt einen Indikator für die Schwere der Darmentzündung dar.

Bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) handelt es sich um chronische Erkrankungen, zu denen Colitis ulcerosa und Morbus Crohn gehören. Die damit einhergehenden Symptome sind chronische oder rezidivierende Episoden von Abdominalschmerz und Diarrhö. Die klinischen Manifestationen von CED sind nicht spezifisch und die Symptome ähneln anderen nicht organischen Erkrankungen wie z.B. dem Reizdarmsyndrom (RDS), die endoskopisch abgeklärt werden müssen.

Neuere Studien belegen die Eignung der Calprotectinmessung für die Vorhersage eines Rückfalls bei Patienten mit ruhender Colitis ulcerosa und die Wichtigkeit der Bestimmung von fäkalem Calprotectin (FC), da dessen Wert bei Patienten mit schwerer akuter Colitis ulcerosa die Therapiereaktion widerspiegelt und somit die Therapie verbessert werden kann.

Andere Darmerkrankungen wie z.B. Magen-Darm-Infektion und Kolorektalkarzinom können mit erhöhten Konzentrationen von Calprotectin einhergehen. Eine Diagnose auf aktive CED sollte daher nur in Verbindung mit anderen diagnostischen Tests und unter Berücksichtigung des klinischen Gesamtzustands des Patienten gestellt werden. FC ist ein Indikator für die Gegenwart von Neutrophilen im Stuhl und ist nicht spezifisch für CED.
Quellen 1. Thomas L. Labor und Diagnose 8. Auflage, 2012, 773ff.
2. Gebrauchsanweisung, LIAISON Calprotectin, DiaSorin, DE–6–2025-08