| Name | Calprotectin im Stuhl (CLIA)
| Synonyme | Calprotektin, Calpro
| Gruppe | Stuhldiagnostik
| Material | Stuhl | Probe mind. 1/3 , max. 2/3 gefüllt. Methode | CLIA
| Präanalytik |
Verdünnung mit Toilettenwasser und Kontakt mit Detergenzien vermeiden. Stuhlröhrchen mindestens 1/3, jedoch nicht mehr als 2/3 füllen.
| Sehr wässriger Stuhl bzw. schnelle Darmpassage kann ggf. zu falsch niedrigen Werten führen, Verlaufskontrolle aus festem Stuhl dann sinnvoll. Transport |
Transport: optimal innh. 4 h bei Raumtemperatur (15-25 °C), Transportweg > 4 h bis max. 3d Lagerung und Transport bei 2-8 °C.
| Frequenz |
täglich
| Einheit | µg/g
| Normalwert |
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Abrechnung |
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Beschreibung |
Calprotectin ist ein calciumabhängiges, antimikrobielles Protein aus der S100-Familie, das hauptsächlich im Zytosol von neutrophilen Granulozyten, Monozyten und Epithelzellen vorkommt.
| Es macht über 60% des Gesamtproteins im Zytosol der Neutrophilen aus, die im Rahmen der inflammatorischen Antwort in die Darmschleimhaut eindringen. Folglich führen organische Erkrankungen des Darms zu einem erhöhten Spiegel von fäkalem Calprotectin. Die Konzentration im Stuhl ist repräsentativ für die Anzahl der vorhandenen Neutrophilen und stellt einen Indikator für die Schwere der Darmentzündung dar. Bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) handelt es sich um chronische Erkrankungen, zu denen Colitis ulcerosa und Morbus Crohn gehören. Die damit einhergehenden Symptome sind chronische oder rezidivierende Episoden von Abdominalschmerz und Diarrhö. Die klinischen Manifestationen von CED sind nicht spezifisch und die Symptome ähneln anderen nicht organischen Erkrankungen wie z.B. dem Reizdarmsyndrom (RDS), die endoskopisch abgeklärt werden müssen. Neuere Studien belegen die Eignung der Calprotectinmessung für die Vorhersage eines Rückfalls bei Patienten mit ruhender Colitis ulcerosa und die Wichtigkeit der Bestimmung von fäkalem Calprotectin (FC), da dessen Wert bei Patienten mit schwerer akuter Colitis ulcerosa die Therapiereaktion widerspiegelt und somit die Therapie verbessert werden kann. Andere Darmerkrankungen wie z.B. Magen-Darm-Infektion und Kolorektalkarzinom können mit erhöhten Konzentrationen von Calprotectin einhergehen. Eine Diagnose auf aktive CED sollte daher nur in Verbindung mit anderen diagnostischen Tests und unter Berücksichtigung des klinischen Gesamtzustands des Patienten gestellt werden. FC ist ein Indikator für die Gegenwart von Neutrophilen im Stuhl und ist nicht spezifisch für CED. Quellen |
1. Thomas L. Labor und Diagnose 8. Auflage, 2012, 773ff.
| 2. Gebrauchsanweisung, LIAISON Calprotectin, DiaSorin, DE–6–2025-08 |