Analysenverzeichnis

Liste der Analysen ←



NameBartonella henselae-IgM (IIFT)
SynonymeBazilläre Angiomatose, Katzenkratzkrankheit, Cat scratch disease (CSD)
GruppeInfektionsserologie - Bartonella henselae/quintana
MaterialSerum
MethodeIIFT
Messgenauigkeit Sensitivität: 100 %
Spezifität: 87,5 %
Potentielle Kreuzreaktionen: Bartonella spp., Treponema, Chlamydia, Mykoplasma, Coxiella, Ehrlichia, Anaplasma, Bordetella, Francisella, Toxoplasma.
Präanalytik Lagerung: max. 14 Tage bei 2-8°C
Folgende Störfaktoren können zu falschen Ergebnissen führen: mit Hitze vorbehandelte Proben, hämolytische, ikterische oder lipämische Proben
Transport Raumtemperatur
Frequenz 1 x wöchentlich
Indikation V.a. Katzenkratzkrankheit
EinheitTiter
Normalwert
< 1:100 Titer
Abrechnung
GOÄ
Position
   Anzahl   Faktor   Preis €
427211.1534.19
Beschreibung Erreger und Erkrankung

Bartonella spp. sind anspruchsvolle, gramnegative Bakterien, die weltweit vorkommen. Das Reservoir für Bartonella henselae sind Katzen. Die Infektion erfolgt über direkten Kontakt zu Katzen, v.a. durch Kratz- oder Bissverletzungen sowie den Katzenfloh, selten auch durch Hunde.

Zu den durch B. henselae verursachten Krankheitsbildern zählen u.a. die Katzenkratzkrankheit, bazilläre Angiomatose (BA), kulturnegative Endokarditis, Retinitis, und v.a. bei HIV-Infektion auch Peliosis hepatis und Splenitis.

Die verläuft meist mit selbstlimitierende regionaler Lymphadenopathie. Potentielle Komplikationen umfassen Organbeteiligungen, neurologische Störungen und Augenbeteiligungen.

Die Katzenkratzkrankheit verläuft v.a. bei Kindern meist selbstlimitierend mit einer nach 3-10 Tagen an der Eintrittsstelle entstehenden papulopustulösen Effloreszenzen, die einige Tage bis mehrere Monate anhalten können und typischerweise mit regionaler druckdolenter Lymphadenopathie einhergehen. Nur selten kommt es zur lebensbedrohlichen, komplizierten Disseminierung mit Infektion von Leber, Milz, Auge oder ZNS. Im Vergleich zu Kindern kommt es bei älteren Pat. vergleichsweise seltener zu einer Lyphadenitis, dafür häufiger zu atypischen Symptomen wie allgemeines Unwohlsein, Endokarditis, Enzephalitis und Fieber unklarer Genese. Selten kommt es auch auch zu makulösem oder papulösem Exanthem, Erythema multiforme oder Erythema nodosum.

Diagnostik

Bei entsprechendem V.a. Infektion mit B. henselae sollte eine sorgfältige Untersuchung u.a. auch der Zehenzwischenräume, Hautfalten und der Kopfhaut zum Auffinden der primären Inokulationsläsion erfolgen. Darüber hinaus kommen das Auge (nicht-eitrige Konjunktivitis, okuläres Granulom) und die Schleimhäute (orales Ulkus) als Inokulationsstellen außerhalb der Haut in Frage.

Die Diagnose erfolgt meist gestützt durch die Serologie. Eine Serokonversion zeigt sich häufig 1-2 Wochen nach Infektion. IgM können bis zu 100 Tage, bei chron. Infektion ggf. länger, niedrige IgG-Titer noch lange nach Infektion persistieren. Potentielle Kreuzreaktionen (s.o.) als auch falsch positive Befunde bedingt durch polyklonale B-Zellstimulierung z.B. im Rahmen einer EBV- oder CMV-Infektion müssen bei der Interpretation berücksichtigt werden.

Der Nachweis von IgG mit einem Titer von >= 1:1000 und/oder IgM >=1:100 spricht für eine akute Infektion. Bei unklaren Befunde ist eine Kontrolluntersuchung ca. 1-2 Wochen später indiziert. Wenn möglich sollte stets der Nachweis mittels PCR aus EDTA-Blut oder Gewebe angestrebt werden.
Quellen 1. MiQ 35a, Infektionsimmunologie, Elsevier, 2016
2. Microbiology, epidemiology, clinical manifestations, and diagnosis of cat scratch disease, Uptodate, Stand 20.11.2024
3. Biology of Bartonella species, Uptodate, Stand 25.11.2024
4. Gebrauchsanweisung, Anti-Bartonella-henselae-IIFT (IgM), EUROIMMUN, FI_219bM_A_DE_C10.docx, Stand: 2022-05-25
5. Gebrauchsanweisung, Anti-Bartonella-henselae-IIFT (IgG), EUROIMMUN, FI_219bG_A_DE_C18.docx, Stand: 2022-05-25