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NameProtein S Antigen (freies)
SynonymeProtein C-Kofaktor
GruppeHämostaseologie
MaterialCitratblut
Messgenauigkeit Laborseitig wurde über einen Zeitraum von 7 Monaten ein durchschnittlicher VK von 4,4 % errreicht.
Präanalytik Citratröhrchen bis zur Markierung füllen (möglichst als zweites Röhrchen abnehmen). Angeronnenes Blut führt zu falsch niedrigen Werten.
Zentrifugation der Probe (im Labor oder in der Praxis) bei 1500 x g mindestens 15 Minuten, um plättchenfreies Plasma gewinnen zu können.
Frequenz Donnerstags
Einheit%
Normalwert
Geschlecht Wertebereich
männlich77 - 143 %
weiblich60 - 114 %
Abrechnung
GOÄ
Position
   Preis €
(1.0-fach)
   Anzahl   Faktor   Preis €
395426.2311.1530.16
Beschreibung Protein S ist ein Glykoprotein, das als Cofaktor des aktivierten Protein C u.a. die Blutgerinnung hemmt und die Fibrinolyse steigert.
Ein Protein-S-Mangel kann hereditär oder erworben sein. Durch die physiologische Wirkung des Protein S ist ein Mangel mit einer Thrombophilie, d.h. einem erhöhten Risiko für Thrombosen und Thromboembolien, assoziiert.

Ursachen für einen erworbenen Protein-S-Mangel sind u.a.:
Schwangerschaft, Einnahme oraler Kontrazeptiva, Leberfunktionsstörungen, chronisch entzündliche Darmerkrankungen, nephrotisches Syndrom, Vitamin-K-Mangel, Cumarintherapie, im Rahmen einer Verbrauchskoagulopathie, Virusinfektionen, Sepsis.

Der hereditäre Protein-S-Mangel ist eine seltene, autosomal-dominant vererbte Erkrankung. Bei der Mehrheit der Patienten zeigt sich die heterozygote Form mit einer Mutation im PROS1-Gen. Ein thromboembolisches Ereignis tritt bei ca. 50% der Erkrankten schon vor dem 45. Lebensjahr auf. Die homozygote Variante ist sehr selten und in der Regel mit dem Leben nur bedingt vereinbar. Charakteristisch ist die bereits im Neugeborenenalter manifeste Purpura fulminans.
Typ I: quantitativer Mangel, Aktivität und Antigen (gesamt und frei) vermindert.
Typ II: Aktivität vermindert, Antigen normal (sehr selten).
Typ III: Aktivität und Antigen (frei) vermindert, das Gesamtantigen normal.

homozygote Form: Purpura fulminans, schwere Thrombosen, auch arteriell, Infarkte peripartal;

heterozygote Form: (Protein S: < 60 %): Thrombophilie.
Quellen Ziemer S, Tiede A, Barthels M In: Barthels M. Das Gerinnungskompendium. 2. Auflage. 2013