Analysenverzeichnis

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NameCalprotectin im Stuhl
SynonymeCalprotektin, Calpro
GruppeStuhldiagnostik
MaterialStuhl
Standard-Stuhlröhrchen sollte 1/3 gefüllt sein (ca. 5 g Stuhl)
Sterile Probengefäße ohne Konservierungsmittel, tierische Seren, Metall-Ionen, oxidierenden Agenzien oder Detergenzien sind zu benutzen.
Calprotectin ist in der Probe bei 2 - 8°C 3 Tage stabil.
MethodeELISA
Präanalytik Verdünnung mit Toilettenwasser und Kontakt mit Detergenzien vermeiden. Stuhlröhrchen mindestens 1/3, jedoch nicht mehr als 2/3 füllen, um bei Ausgasen ein Platzen des Röhrchens zu verhindern.
Hinweis: Bei sehr wässrigem Stuhl bzw. schneller Darmpassage werden die Calprotectin-Ausscheidungen ggf. unterschätzt bzw. falsch niedrig ermittelt. Eine Verlaufskontrolle bei festerem Stuhl wäre dann sinnvoll.
Transport Postversand bei normalen Temperaturen möglich, Kühlung der Probe wird empfohlen.
Frequenz Dienstags und Donnerstags
Einheitµg/g
Normalwert
Altersgruppe Wertebereich
andere< 50 µg/g
2 bis 6 Jahre< 100 µg/g
1 Jahr bis 2 Jahre< 200 µg/g
3 bis 12 Monate< 300 µg/g
42 Tage bis 3 Monate< 600 µg/g
1 Tag bis 42 Tage< 900 µg/g
Abrechnung
GOÄ
Position
   Preis €
(1.0-fach)
   Anzahl   Faktor   Preis €
A374426.2311.1530.16
Beschreibung Calprotectin ist ein Calcium bindendes Protein und kommt u. a. in polymorphkernigen Granulozyten und Monozyten vor. Bei Entzündungen im Gastrointestinaltrakt wandern Granulozyten in die Darmwand und Calprotectin wird ins Darmlumen freigesetzt.
Die Bestimmung des Calprotectins im Stuhl wird zur Diagnose und Verlaufskontrolle entzündlicher Darmerkrankungen eingesetzt. Es dient auch zur Abrenzung eines Reizdarmsyndroms.
Sowohl bei bakteriellen als auch bei viralen Infektionen sowie bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa steigt der Wert im Stuhl an infolge des Einwanderns von Granulozyten in die Darmwand.
Alternativer Parameter wäre Lactoferrin, allerdings ist die Sensitivität und Spezifität bei Erwachsenen bei Calprotectin besser.
Quellen 1. Thomas L. Labor und Diagnose 8. Auflage, 2012, 773ff.
2. Sugi K, Saitoh OI, Katsu K. Fecal lactoferrin as a marker for disease activity in inflammatory bowel disease: Comparison with other neutrophil-derived proteins. Am. J. Gastoenterol 1999, 91:927-934.
3. Van de Vijver E et al. Safely ruling out inflammatory bowel disease in children and teenagers without referral for endoscopy. Arch Dis Child 2012;97:1014–1018. doi:10.1136/archdischild-2011-301206